Den Raspberry Pi als WLAN-Hotspot und Client einrichten

In dem Beitrag „Den Raspberry Pi als WLAN-Hotspot einrichten“ wurde gezeigt, wie man in ein paar Minuten einen Raspberry in einen Hotspot verwandeln kann. Der Pi spannt nun ein eigenen WLAN auf, auf dem sich per DHCP andere Rechner verbinden können. Was aber, wenn auch der Raspberry, der als Access Point dient, auch ein Teil des WLANs werden, sprich sich als Client in dieses WLAN einhängen soll?

 

Was wird benötigt?

Man benötigt entweder den Raspberry Pi B+ oder den Raspberry Pi 2 B. Der Raspberry Pi A geht nicht, da dieser keinen Netzwerkanschluss hat. Und zwei WLAN-Sticks. Auf Grund der höheren Reichweite ist der Edimax EW-7612UAn zu empfehlen.

 

Installation der WLAN-Sticks und benötigter Pakte

Die Installation der benötigten Pakete erfolgt wie in „Den Raspberry Pi als WLAN-Hotspot einrichten“ beschrieben und ist Voraussetzung für die weiteren Schritte. Nach dem Einstecken des zweiten USB-Sticks wird dieser sofort erkannt. Dies kann durch Eingabe von

ip a

geprüft werden:

1: lo: <LOOPBACK,UP,LOWER_UP> mtu 65536 qdisc noqueue state UNKNOWN
    link/loopback 00:00:00:00:00:00 brd 00:00:00:00:00:00
    inet 127.0.0.1/8 scope host lo
       valid_lft forever preferred_lft forever
2: eth0: <BROADCAST,MULTICAST,UP,LOWER_UP> mtu 1500 qdisc pfifo_fast state UP qlen 1000
    link/ether b8:27:eb:28:f5:82 brd ff:ff:ff:ff:ff:ff
    inet 192.168.178.200/24 brd 192.168.178.255 scope global eth0
       valid_lft forever preferred_lft forever
3: wlan0: <BROADCAST,MULTICAST,UP,LOWER_UP> mtu 1500 qdisc mq state UP qlen 1000
    link/ether 74:da:38:1a:95:90 brd ff:ff:ff:ff:ff:ff
    inet 192.168.66.1/24 brd 192.168.66.255 scope global wlan0
       valid_lft forever preferred_lft forever
4: wlan1: <NO-CARRIER,BROADCAST,MULTICAST,UP> mtu 1500 qdisc mq state DOWN qlen 1000
    link/ether 74:da:38:05:0f:b8 brd ff:ff:ff:ff:ff:ff

wlan0 ist der WLAN-Stick, der das neue WLAN aufspannt (Access Point), wlan1 wird nun so konfiguriert, dass es es vom DHCP auch eine IP-Adresse zugewiesen bekommt.

Einrichtung des Raspberry Pi als zusätzlichen Client

Wir weisen dem Raspberry nun eine statische IP-Adresse zu. Dazu muss die

sudo vi /etc/network/interfaces

entsprechend angepasst/erweitert werden:

auto wlan0
allow-hotplug wlan0
iface wlan0 inet static
    address 192.168.66.1
    netmask 255.255.255.0
    broadcast 192.168.66.255

auto wlan1
allow-hotplug wlan1
iface wlan1 inet static
    address 192.168.66.220
    netmask 255.255.255.0
    broadcast 192.168.66.255
    gateway 192.168.66.1
wpa-conf /etc/wpa_supplicant/wpa_supplicant.conf 

wlan0 war die Konfiguration, die für den Definition des Hotspots benötigt wurde. Hinzugekommen ist nun die Definition für das Interface wlan1 und der Verweis auf die wpa_supplicant.conf. Wir weisen dem Raspberry zusätzlich die IP 192.168.66.220 zu.

In dieser Datei werden die notwendigen Einstellungen für den Verbindungsaufbau per WPA2 hinterlegt

sudo vi /etc/wpa_supplicant/wpa_supplicant.conf

Hier folgende Parameter eintragen (diese wurden in der hostapd.conf definiert !):

ctrl_interface=DIR=/var/run/wpa_supplicant GROUP=netdev
update_config=1

network={
    ssid="WLAN-NAME_HOTSPOT"
    psk="WLAN-SCHLUESSEL_HOTSPOT"
    proto=RSN
    scan_ssid=1
    key_mgmt=WPA-PSK
    pairwise=CCMP
    group=CCMP
}

Damit der Raspberry nach dem Restart auf beide Interface lauscht, muss ein Paket deinstalliert werden, dass dies sonst verhindert:

sudo apt-get purge ifplugd

Nun den Pi neu starten und nach dem Restart gibt

ip a

folgendes aus:

1: lo: <LOOPBACK,UP,LOWER_UP> mtu 65536 qdisc noqueue state UNKNOWN
    link/loopback 00:00:00:00:00:00 brd 00:00:00:00:00:00
    inet 127.0.0.1/8 scope host lo
       valid_lft forever preferred_lft forever
2: eth0: <BROADCAST,MULTICAST,UP,LOWER_UP> mtu 1500 qdisc pfifo_fast state UP qlen 1000
    link/ether b8:27:eb:28:f5:82 brd ff:ff:ff:ff:ff:ff
    inet 192.168.178.200/24 brd 192.168.178.255 scope global eth0
       valid_lft forever preferred_lft forever
3: wlan0: <BROADCAST,MULTICAST,UP,LOWER_UP> mtu 1500 qdisc mq state UP qlen 1000
    link/ether 74:da:38:1a:95:90 brd ff:ff:ff:ff:ff:ff
    inet 192.168.66.1/24 brd 192.168.66.255 scope global wlan0
       valid_lft forever preferred_lft forever
4: wlan1: <BROADCAST,MULTICAST,UP,LOWER_UP> mtu 1500 qdisc mq state UP qlen 1000
    link/ether 74:da:38:1a:95:90 brd ff:ff:ff:ff:ff:ff
    inet 192.168.66.220/24 brd 192.168.66.255 scope global wlan1
       valid_lft forever preferred_lft forever

Verifiziert werden kann dies durch

nmap -sP 192.168.66.0/24

Ggf. muss dieses Paket noch nachinstalliert werden (per sudo apt-get install nmap)

Starting Nmap 6.00 ( http://nmap.org ) at 2015-03-23 12:43 CET
Nmap scan report for 192.168.66.1
Host is up.
Nmap scan report for 192.168.66.220
Host is up.
Nmap done: 256 IP addresses (3 hosts up) scanned in 8.76 seconds

Die „192.168.66.220“ hängt im Netz. Der Raspberry fungiert nun als Hotspot und Client.

1 Kommentar

  1. Markus Stoehr

    Kann man mit dieser Konfiguration dann auch den Lan-Port des RPI benutzen um ander Geräte (die zb kein WLan haben) an den RPI anzuschliessen damit diese dann via DHCP sich direkt mit dem WLAN-Router verbinden?

    Antworten

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